RAUM ZUM ARBEITEN, RAUM ZUM LEBEN:  INDUSTRIEBAUTEN

Bei industriellen Bauten stehen Zweck und Anmutung in einem Konkurrenzverhältnis, das
häufig genug zu Gunsten des Ersteren entschieden wird. Dennoch kennen wir aus der
Geschichte des Industriebaus auch genügend Beispiele für das Gegenteil. Es gilt, stets neu abzuwägen zwischen den Geboten der Wirtschaftlichkeit und der Funktion und dem Willen zur Repräsentation.

Wobei wir immer daran denken müssen, dass auch die Abwesenheit jedes Gestaltungswillens
quasi ex negativo Rück- schlüsse auf den Horizont bauherrlichen Denkens zulässt oder gar
aufzwingt. Ein wichtiger Aspekt humanen Bauens in der Wirtschaft ist für mich, dass der Ort
des Arbeitens einer jener Orte des Lebens ist, an denen man sehr lange

verweilt. Arbeitsorte sind Lebensorte. Ihre “gefühlte” Qualität muss Ihrer funktionellen Güte eben- bürtig sein. Besonders in einer Zeit, in der neben industriellem Arbeiten mit hohem Anspruch an
die Aufmerksamkeit die kreative Arbeit immer bedeutsamer wird.
Und Kreativität braucht Atmosphäre.
 

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